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MacBumms
Bass Beater
Ein preiswerter Bass Beater |
"Du kennst das Geräusch klatschender
Hände: Was ist das Geräusch einer Hand?"
Zen Koan
Die Lösung dieses Koans (Rätsel) ist einfach: Eine Hand allein macht kein Geräusch. Nicht anders sieht es bei der Trommel aus: Ohne Beater kann kein Klang entstehen - nur das Zusammenspiel von optimal gestimmter Drum und optimalem Beater kann einen optimalen Sound ergeben. Ist der Beater zu hart, resultiert ein blecherner, scheppernder Klang, ist er zu weich, verpufft der durch den Schlag gegebene Impuls, der Beater erhält keinen ordentlichen Rebound (Rückprall, Schwung) und verkürzt durch die lange Verweilzeit auf dem Fell die Klangdauer (Sustain). Kurz und gut: Der Schlag wird dumpf und stumpf. Zudem muss der Drummer wegen des fehlenden Rebound sehr viel mehr aktiv arbeiten: Es ist wie das Schlagen eines schlappen Balles gegen eine Wand...
Ich glaube, ich habe auf der Suche nach der für mich optimalen Lösung so ziemlich alle gängigen Bass Beater ausprobiert, und es ist faszinierend, dass die unterschiedlichen Beater auf immer derselben Drum jeweils völlig anderen Klang hervorrufen. Ich habe mir viel Mühe gegeben, den für mich optimalen Beater zu finden: Ich habe vom knüppelharten bis zum butterweichen Beater, von der Miniaturausgabe bis zur XXL-Variante nichts ausgelassen. Ich habe es aber nicht dabei belassen, diese unterschiedlichen Beater zu spielen: Ich habe die Beater, wenn eben möglich, zerlegt und so ihre Anatomie studiert; und immer wieder habe ich mir die Frage gestellt: "Warum so und nicht anders?"
Heute schwöre ich auf meine selbstgebauten Beater, die anderen Produkten in vielen Punkten überlegen sind. Ich kann...
Meine Beater liegen bezüglich der Härte in der Mitte, ansonsten kommen sie eher zierlich und leicht daher. Die Zierlichkeit fordert das Körpergefühl des Drummers: Hier schwingt keine Keule, keine Masse - der Drummer muss swingen. Die Leichtigkeit des Beaters ermöglicht aber schnellere Schläge und erleichtert das Trommeln enorm, da die kleine Masse natürlicherweise durch das Fell leichter beschleunigt werden kann: Der verlässliche Rebound spart viel Kraft. Und der Klang? Ich kann leider nicht behaupten, dass dieser Beater vom Sound her allen anderen überlegen ist - ich habe den "Twisted Thistle" von Craig Guyer noch nicht probiert. Da ich nicht zwei Bass Drummer kenne, die vom Stil und der Performanz her gleich sind, will ich auch nicht behaupten, dass mein Beater der Weisheit letzter Schluss ist: Jeder Beater hat seine Vor- und Nachteile, jeder Drummer seine Vorlieben. Dieser Beitrag soll also eher als Prinzip verstanden werden, an dem man sich beim Eigenbau orientieren kann.
Bisher war noch jeder Bass Drummer freudig überrascht vom Sound der "MacBumms". Ein Versuch lohnt sich also, vor allem wenn sich die Materialkosten auf sage und schreibe vier bis sechs Euro belaufen - für das Paar, wohlgemerkt! Wenn das kein Argument ist... Aber nun Schluss mit dem Eigenlob: Gehen wir "in medias res"!
Das Material
Sieht man sich einmal die Vielfalt der Produkte an, die in einem Baumarkt angeboten werden, dann juckt es einem doch in den Fingern, daraus einen maßgeschneiderten Bass Beater zu basteln, nicht wahr?
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Dies sind die Zutaten, aus denen wir unser Süppchen kochen wollen:
*Kurt Harder-Kasten von den Three Country Pipers Witzenhausen hat statt des ursprünglich von mir verwendeten RG 35 W (RG für Raumgewicht, W für weich) den etwas härteren RG 35 Schaumstoff ausprobiert: Der Beater wird dadurch etwas weicher (weil der Holzkern weniger durchschlägt), der Sound besser. Danke Kurt! |
Der Kern
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Zunächst einmal werden vom Buchenrundholz drei 11 cm-Stücke abgesägt, sie sollen den Kern des Beaters ergeben. Warum gerade 11 Zentimeter? Die Elf ist die Zahl der Narren, und da ich im Kern ein Narr bin, soll auch der Kern meines Beaters 11 Zentimeter lang sein. Mit anderen Worten: Das Maß ist beliebig. Wer seinen Beater in Länge oder Durchmesser anders gestalten möchte, der soll das tun. Jedem das Seine... ;-) Auf der Drechselbank werden nun die Kanten dieser Buchenblöcke abgerundet. Wer keine Drechselbank hat, der höre sich im Bekanntenkreis um: Auch ein Dreher kann diese Arbeit erledigen. |
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Da ich weiß, dass ich ein wenig über die Vorderkante schlage, flache ich diese Kante etwas stärker ab. |
| Ein Problem ist die Bohrung für die Hammerstiele: Sie haben einen Außendurchmesser von 21 mm, ich müsste also 22 mm bohren. Das kann ich aber mit meinem Bohrfutter nicht. Hans Beerten, der Chief der Highland Valley P&D, greift mir hier unter die Arme: Auf seiner Drehbank ist die Bohrung kein Problem. Gleichzeitig drückt er mir eine Tube PU-FIX in die Hand. PU-FIX ist ein Polyurethan-Bauklebstoff, und Hans bemerkt noch, ich solle die Klebeflächen gut anfeuchten, das steigere die Kraft der Verbindung... | ![]() |
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Normalerweise hätte ich natürlich meinen geliebten Holzkleber genommen, aber hier muss ja doch ein hübscher Spalt gefüllt werden, und da ist Leim eigentlich nicht der wahre Jakob. Also großzügig eingefüllt das Zeug... |
| ...und den Hammerstiel eingeführt. Der Stiel des Maurerhammers wird ja für gewöhnlich mit seinem kolbig aufgetriebenen Ende eingestielt; ich mache es hier genau umgekehrt, weil ich mir davon einen besseren Griff verspreche: Der Beater will ja wegen der Fliehkraft immer aus der Hand rutschen. Ist das Griffende dicker, wird er von selbst gebremst. | ![]() |
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Gut, dass ich bei Klebungen immer eine Zeitung unterlege: Nach kurzer Zeit fängt das anfangs glasklare Zeug an zu schäumen und zu quellen: Eine herrliche Schweinerei. |
| Nach dem Aushärten wird der Überstand des Stieles
abgesägt: Ich hatte lediglich die Länge markiert, nicht aber vor dem
Verkleben abgelängt. Ich arbeite gerne so, weil nichts blöder ist als
eine nicht bündig schließende Verbindung. Alte Holzwurmregel: Ab geht
schnell... ;-)
Grundsätzlich ist es natürlich nicht erforderlich, den Kopf komplett zu durchbohren: Drei bis vier Zentimeter sind völlig ausreichend. Dann sollte man aber auf einen schäumenden Baukleber verzichten, weil der den Stiel aus der Bohrung heraustreibt und so die resultierende Stiellänge zum Zufallsprodukt wird. Besser ist hier dann ein spaltfüllender Zwei-Komponenten-Kleber (z.B. UHU Endfest 300), der für zuverlässigen Halt sorgt und der bei nur zwei - drei Beatern deutlich billiger ist als eine große Tube Baukleber. |
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Mit der Feile wird das Ende des Beaters geglättet.
Klebstoffreste im Griffbereich lassen sich mit einem Messer und etwas
Schmirgelpapier restlos entfernen. (Man beachte den mit doppelseitigem Klebeband auf die Schraubstockbacken geklebten Teppich: So vermeidet man Beschädigungen des Holzes... ;-) |
| Hans hatte recht! Eine saubere, spaltfüllende Klebung - bombenfest! Ich verzichte auf die geplante Verdübelung. Wäre aber
echt chic
gewesen, nicht wahr? ;-)
(Dieser Jokus ist eigentlich nur einem kleinen Kreis von Eingeweihten zugänglich: Dübeln ist eine meiner Leidenschaften... ;-) |
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Die Polsterung
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Weiter geht es mit der Polsterung: Die Maße werden mit einem Filzstift aufgetragen, dann wird mit einem scharfen Küchenmesser und ziehendem Schnitt (flach!!!) entlang eines Stahllineals zugeschnitten. |
| Ein kleiner Tipp: Für den Lederzuschnitt habe ich mir ein Lineal mit Rutschbremse gebaut. Mit doppelseitigem Klebeband wird einfach etwas Schmirgelpapier auf die Unterseite geklebt. Die Wirkung ist zu vergleichen mit der von Spikes bei Glatteis ... ;-) |
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"Es ist übrigens sehr gut, dass diese ganzen Werkstattartikel von einem akademischen Klugscheißer wie mir verbrochen werden, ich lasse nämlich garantiert keinen Denkfehler aus... ;-) Bei der Schaumstoffpolsterung habe ich ganz selbstverständlich den Durchmesser des Kerns (5 cm) genommen, mit Pi (3,14) multipliziert und drei "passende" Stücke zugeschnitten: Alle viel zu kurz, versteht sich. "Klar!" denke ich, "ich brauche ja auch den Außendurchmesser, also 5 + 2 x 2 = 9 cm!" Diesmal habe ich aber vor dem Zuschnitt schnell noch mal probiert: Passte auch nicht! Also einfach den Kern in den Schaumstoff gewickelt, markiert und zugeschnitten: Passt! Was lernen wir daraus? Probieren geht über studieren!" |
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Der Schaumstoff wird unter dem Lineal maximal zusammengequetscht, das macht schöne, saubere Schnitte. |
| Nun wird zunächst mit einem Zentimeter Nahtabstand
eine Tabaksbeutelnaht vorgelegt. Tabaksbeutelnaht? Nahtabstand? An einer Längsseite des Schaumstoffs wird auf beiden Seiten eine Linie im Abstand von einem Zentimeter vom Rand gezogen. Dann wird am einen Ende eingestochen und im Abstand von jeweils einem Zentimeter hin- und hergestochen bis man am anderen Ende ankommt. Hier achtet man darauf, dass der letzte Ausstich auf der gleichen Seite erfolgt wie der erste Einstich. Natürlich sollte bei diesem Manöver der Faden nicht vergessen werden... ;-) Nun wird der Schaumstoff um den Kern gelegt und mit einem Doppelschlag (Chirurgischer Knoten) halbwegs in Form und Lage gebracht. Achtung: Den Doppelschlag nur leicht anziehen, nicht den kompletten Knoten machen! |
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Nun werden die beiden Schaumstoffschnittflächen möglichst akkurat aneinander gebracht und durch einen Klebestreifen fixiert. Es empfiehlt sich, die benötigten Klebestreifen schon vorher abzulängen und griffbereit zu haben, sonst steht man vor dem bekannten "Problem der fehlenden dritten Hand"... ;-) |
| Ein zweiter Streifen schließt den Spalt vollständig.
Tipp: Drei breite Heftpflasterstreifen leisten zuverlässig die gleiche Arbeit wie die hier vorgestellten Textilklebestreifen. |
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Zum Schluss wird die Tabaksbeutelnaht geschlossen und so
das obere Ende des Beaters abgerundet. Erst jetzt wird der Knoten
definitiv mit den beiden Gegenschlägen geschlossen und das Ergebnis so
fixiert. Wichtig ist hier, dass die Tabaksbeutelnaht nicht komplett
geschlossen wird: Eine Lücke muss bleiben, in der wir später den
"Stumpf" des Bezuges versenken können. Als Nahtmaterial habe ich übrigens einen geflochtenen Nylonfaden genommen, den ich sonst zum Ledernähen nehme: Ein dünner Zwirn könnte durchschneiden und ist unter Umständen der Belastung nicht gewachsen... Mit einer Pinzette kann nun noch ein wenig der Schaumstoff zurechtgerückt werden: Ziel ist es hierbei, den Spalt zwischen den beiden Schnittflächen weitestgehend zu schließen. Ich treibe hier aber keinen unnötigen Aufwand: Der Bezug wird zusätzlichen Halt und die eigentliche Oberfläche geben. |
Der Bezug
| Wenden wir uns nun dem Beraterbezug zu: Eine besinnliche
Arbeit, die an kalten Winterabenden im Wohnzimmer am wärmenden Ofen
erledigt werden kann...
Ausprobieren ergibt, dass der Bezug ungefähr 16 x 26 cm groß sein muss. Beim Zuschnitt komme ich also unter Berücksichtigung der Nahtzugabe (2X1 cm) auf 16 x 28 cm. Als Farbe wähle ich Weiß, weil Weiß vor fast jedem Hintergrund gut gesehen wird. Warum? Als Bass Drummer habe ich drei Möglichkeiten, den Beat zu geben: Schlag, Pause und Signal (Flourishing). Um das Flourishing effektiv einsetzen zu können sollte ich als Bezug meines Beaters tunlichst keine Tarnfarben nehmen: Weiß ist zwar empfindlich, aber bewährt. |
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| Nach dem Versäumen des Zuschnittes wird der Stoff der Länge
nach gefaltet, sodass zwei Lagen von 16 x 14 vor mir liegen. Die spätere
Außenseite kommt hierbei natürlich nach innen, wir nähen also von
links. Parallel zur offenen 16 cm Kante wird nun mit einem Zentimeter
Nahtzugabe mit der Maschine eine einfache Naht eingebracht. Es
resultiert ein 14 cm langer Schlauch, der auf links vor uns liegt.
(Das Foto ist - richtig - nicht ganz so doll... ;-) |
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Nun werden, ebenfalls mit einem Zentimeter Nahtzugabe, von Hand zwei Tabaksbeutelnähte an den Schlauchenden vorgelegt. |
| Anschließend wird die obere Tabaksbeutelnaht stramm geschlossen und mit einem sicheren Knoten versorgt (hier: Chirurgischer Knoten. Ich liebe diesen Knoten, wenn ich später nicht mehr ohne Weiteres an diese Stelle komme: Der chirurgische Knoten baut soviel Reibung auf, dass er von alleine nicht mehr aufgeht - man kann ihn vergessen...) | ![]() |
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Nun wird der Bezug wie ein Kondom über die Polsterung gezogen, wobei darauf geachtet wird, dass der "Stumpf" der Tabaksbeutelnaht exakt in die Lücke der Schaumstoffpolsterung kommt. |
| Eine Kocher-Klemme verhindert den Verlust der unteren Tabaksbeutelnaht. Eine derartige Klemme findet man in der Schrottkiste des lokalen Krankenhaus-Sterie's oder im Anglergeschäft. Natürlich kann man auch mit langem Faden arbeiten und auf die Klemme verzichten. | ![]() |
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Der Bezug wird an die Polsterung modelliert... |
| ... und schön glatt gezogen. | ![]() |
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Dann wird die untere Tabaksbeutelnaht zugezogen, wobei der Stoffrand versenkt wird. |
| Ein sicherer Knoten schließt diese Operation ab. | ![]() |
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Die Qualität eines Knotens misst neben der in ihm aufgebauten Reibung auch und vor allem in der Länge des Fadens, der nach dem Abschneiden ein Lösen des Knotens verhindert. Hier sollte man großzügig sein! |
| Zum Schluss wird der Knotenüberstand in der Naht versenkt. | ![]() |
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Und so sieht er dann aus, der Beater aus dem Baumarkt. Den Griff habe ich mit Naturöl-Wachs-Imprägnierung von AURO behandelt. Es handelt sich hierbei um ein Gemisch verschiedener Öle (Leinöl, Orangenöl etc.), die in das Holz eindringen und es wasserfest machen. Auf die Oberfläche schlägt sich das Wachs, das nach dem Auspolieren wunderbare Griffigkeit macht. Ich liebe diese Oberfläche, zumal sich beim Auftragen ein herrlicher Duft nach Zitrusöl in der Werkstatt ausbreitet. Zudem betont diese Oberfläche sehr schön die natürliche Maserung des Holzes. Ach ja: Die Hammerstiele sind aus Esche. |
| Drei Beater machen das Set: Hier also meine Drillinge, und "Wiege" ist die Werkbank... ;-) | ![]() |
Die Fangschnur
| Drei Tipps zur Fangschnur, die ja auch als "Idiotenschnur" bezeichnet wird. Nun: Idioten sind die, die knapp 300 Jahre nach dem Tod von Sir Isaac Newton immer noch hartnäckig Schwer- und Fliehkraft leugnen. Solchen Leuten sollte man mit Nachsicht begegnen und sich mit ihnen darüber freuen, dass Dummheit nicht weh tut. Wir aber, die wir es besser wissen und die wir vor allem wissen, dass ein verlorener Beater während eines Auftritts ein echtes Problem darstellt - mit Bass vor dem Bauch ist er einfach unerreichbar - nun, wir ertragen geduldig das Geschwätz von der "Idiotenschnur" und verzichten selbstverständlich nicht auf unsere Fangschnur. | |
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Die Achillesferse
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Die Naht ist die Achillesferse jedes genähten Beaters (es gibt auch
nahtlose Beater, bei denen für den Bezug Schlauchware verwendet wird).
Die Lage der Naht sollte daher nicht dem Zufall überlassen bleiben. Ich
gehe inzwischen folgendermaßen vor: Der Schaumstoff wird aufgebracht
nachdem die Bohrung für die Fangschnur gemacht wurde Hierbei
achte ich darauf, dass die Naht senkrecht auf die Fangschnurbohrung
kommt. Die Naht im Bezug lege ich exakt auf die Schaumstoffnaht. Bevor
ich nun meine Hand in die Schlinge stecke achte ich darauf, dass die
Naht zum Handrücken zeigt: So habe ich die Sicherheit, dass ich die
schwächste Stelle am wenigsten belaste.
Dieser Tipp ist übrigens nicht auf meinem Mist gewachsen: In der BAG-Summer School 2003 gab Ty Fry den Bass Drummern den Rat, den Daumen auf die Naht zu legen um obigen Effekt zu erzielen. |
Hochzeit!
| Endlich kommt zusammen, was zusammen gehört: Drum und Beater
erstmals
vereint!
Und worauf kommt es an? Richtig: Auf den Sound! Und der ist tadellos: Meine Beater wiegen ungefähr 200 Gramm, das macht sie zu Leichtgewichten. Sie sind recht kompakt, was Vor- und Nachteile hat, aber hier werden die Meinungen immer auseinander gehen: Wie schon gesagt hat jeder Drummer seine Vorlieben... Von Vorteil aber ist die Griffform: Sie stellt eine natürliche Barriere gegen das lästige Rutschen dar. |
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| Fazit: Der Aufwand hat sich gelohnt! Ich habe mehr als nur einen selbst gemachten Beater in der Hand: Er ist, weil ich ihn meinen Bedürfnissen angepasst habe, dem alten Andante Beater nicht unähnlich, vom Sound und Handling jedoch deutlich überlegen. Und sollte mir wieder mal eine Idee in den Kopf kommen, ein anderer Griff, Kern, Bezug: Ich habe das erforderliche Know how nun beisammen. Und wegen der Arbeit muss ich mir nicht ins Hemd machen: "Keine Raketenwissenschaft!", wie Ty so gerne sagt. |
Der Beater-Beutel
| Kaum haben wir ein Problem gelöst, schon taucht ein neues
auf: Wie transportiert man diese empfindlichen weißen Beater - ohne sie
gleich schmutzig zu machen?
Her mit der abgewetzten Jeans mit dem Loch vor dem Knie: Neben ein Paar Shorts für den Sommer steckt da doch noch ein guter Beater-Beutel drin! Das eine Bein gibt den Boden, das andere die Wand. Schnell noch ein Tunnel für einen Tabaksbeutelverschluss... |
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... und schon sind die Beater im Beater-Beutel eingebeutelt,
oder handelt es sich doch ehe um eine Versackung? Vielleicht eine
Versackbeutelung... ;-)
Ach ja: Ich bin natürlich keine anatomische Rarität mit drei Armen - der dritte Beater ist immer in Reserve, für den Fall, dass mir mal einer wegfliegt... Und wo, bitteschön, bringe ich den dritten Beater unter? Eine praktikable Lösung für dieses Problem habe ich im Beitrag Belt & Carrier vorgestellt. |
Ein guter Rat zum Schluss
Wer die Anatomie des Beaters kennt und weiß, wie leicht eine Tabaksbeutelnaht zu legen ist, der kann auch einfach die untere Naht mit einem Scherenschlag öffnen und schnell einen frischen Bezug aufbringen. Tut das Not? Oh ja, von Zeit zu Zeit schon!
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"Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand!"
(Theodor Fontane)
Nichts ist von Dauer. Jeder Beater zeigt früher oder später Spuren des Gebrauchs. Man sollte es sich angewöhnen, regelmäßig seine Beater auf Verschleißerscheinungen zu untersuchen. Versäumt man diese Kontrolle, hat man Ruckzuck ein Paar Felle versaut, und das sind immerhin 150 Euro - ohne Beschriftung! Ursache für die hier abgebildete Schweinerei war ein kleines Loch im Bezug des Beaters: Das streichende Schlagen der Bass führt dazu, dass es zwischen Trommelfell und Beater zu einer nicht unerheblichen Reibung kommt. Reibung erzeugt Hitze, und diese Reibungshitze kann ein Schmelzen der Trommelbeschriftung bzw. eine substanzielle Schädigung des Trommelfelles bewirken. |
| Der Bezug des verantwortlichen Andante-Beaters weist im oberen Teil neben einer "Glatze" ein kleines Loch auf. Diese Abnutzungserscheinung veränderte die Oberflächeneigenschaften nachhaltig und negativ: So weit sollte man es nicht kommen lassen! Da derartige Abnutzungserscheinungen zwangsläufig auftreten sollte rechtzeitig Sorge getragen werden für einen neuen Bezug. | ![]() |
Und nun frisch ans Werk! Wer auf bewährtes zurückgreifen möchte, der baue den Beater einfach nach. Wer lieber einen schweren Beater haben möchte der soll den Kern vergrößern. Mehr Kernmasse braucht dann aber auch mehr Polsterung, da der Beater sonst zu hart wird. Hier kann man versuchen, die Schichtdicke oder das Raumgewicht des Schaumstoffs zu erhöhen. Viel Spaß beim Experimentieren!
Demnächst in diesem Theater: "Bass Beater
II"!
Der Autor unternimmt erste Schritte im Traditionellen
Beaterbau:
Man fälle einen Baum und entferne alles, was nicht aussieht wie
ein Beater... ;-)
Oder lieber doch nicht, oder was? Immer diese Wischi-Waschies! ;-)